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Nero

„Glaubst du etwa, es dreht sich jemand um? Denkst du wirklich es interessiert jemanden, wenn ich hier stehe und weine? Niemand bleibt stehen. Alle werden sie nur stumm starren und dann wortlos an mir vorüber ziehen. Denkst du wirklich, ich kann daran etwas ändern?“

Seine Beine hängen leblos an ihm herunter. Sein schwarzer Mantel erscheint plötzlich viel zu groß für ihn. Ich weiß nicht, wie lange er ihn schon hat. Doch er stand ihm schon immer gut und selbst jetzt machte er darin eine ungewöhnlich gute Figur. Die Hände hängen an seinen Seiten, als ob es einfach so sein müsste, sie aber keineswegs zu ihm gehörten.
Sein Kopf ist nach vorne gebeugt, sein Mund leicht geöffnet, als ob er noch etwas sagen wollte.
Neros Augen sind zwar verschlossen, doch ich kann die Erlösung in ihnen förmlich spüren.
Der lange Strick, der ihn am Baum hält wirkt in der Dunkelheit nicht unheimlich oder befremdlich. Eher wie ein Freund. Oder etwas, was man seit langem gesucht hatte, obwohl man nicht wusste, was es eigentlich ist.
Neros dunkle Jeans war übersät mit kleinen Regentropfen, die immer mehr wurden, um schließlich ein ganzes zu bilden und alle zu täuschen, als ob sie schon immer da wären. Immer bei ihm. Dabei gab es außer mir niemandem, der bei ihm war. Wenn es ihm schlecht ging. Mal wieder. Wenn er vor Schmerzen nicht hatte einschlafen können. Wenn er weinend auf seinem Bett lag und nicht reden wollte. Dann war nur ich bei ihm und hielt seine Hand.
Langsam nähere ich mich ihm, bis ich ihn beinahe berühren kann. Plötzlich kann ich seinen Duft riechen, doch im selben Moment bin ich mir nicht sicher, ob es nur einen Erinnerung oder Realität war. Denn im nächsten ist er auch schon wieder verflogen. Ich nehme meine Hand aus der Jacken Tasche und berühre mit meinen Fingerspitzen sein Bein, welches wenige Zentimeter über meiner Schulter baumelt. Als ich die Jeans berühre fröstelt mich und ich ziehe meine Hand schnell zurück.
Ich beschließe mir das ganze vom Fuße des Baumes aus anzusehen. Langsam gehe ich dort hin und lass mich mit dem Rücken gegen den alten Baum gelehnt fallen.
Wie friedlich er da so hängt, als ob er genau das immer schon wollte.
Als ob es der einzige Wunsch gewesen sei, den er in seinem 16 Jahre langem Leben je gehabt hatte. Und ich weiß, dass es genau das ist, was er wirklich immer wollte. Raus aus diesem Körper, hinein ins ungewisse, der Freiheit entgegen.
Aber vor allem, weg von hier.
Von dieser Welt.
Von all den Idealen, denen er nie entsprach.
Von all den Vorschriften, die er niemals verstehen konnte.
Von all dem, was in hier hielt.
Ein lächeln fliegt mir über die Lippen und ich öffne meinen Mund für einen letzten Abschiedsgruß an meinen besten Freund. An meinen Bruder. An den einzigen, der mir je etwas bedeutet hatte und der davon nichts wissen durfte. Weil es ihn sonst wohl nur gehalten hätte.
„Ich hoffe, dort ist es besser als hier. Ich hoffe, dort darfst du so sein, wie du bist.“
2.11.06 20:01
 


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